Geld sparen auf Reisen

     

    Sicherlich ist das Sparen auf Reisen nicht jedermanns Sache. Jetzt hat man schon all die Monate geschuftet, da sollte man es im Urlaub doch wenigstens richtig krachen lassen können. An Alle die das gerne machen: Klar dürft ihr das, die Frage ist lediglich was ist euer Wunsch? Eine Woche All-Inklusive in einem schicken 5 Sterne Hotel oder doch lieber drei Urlaube in einem Jahr? Wer gerne reist möchte lieber häufiger weg und arbeitet deshalb besonders viel, oder spart selbst auf Reisen. Dieser Blogpost ist vor allem auch für diejenigen gedacht, die lange unterwegs sein wollen oder gar auf eine Weltreise gehen und mit ihrem Geld haushalten müssen.

    Da ich selbst mit wenig Geld (2700 Euro) auf eine 17-monatige Reise gegangen bin, habe ich grob einen Überblick darüber, was wirklich Geld kostet und an welchen Ecken und Enden am besten gespart werden kann. Und um gleich die Standartfrage zu beantworten: Nein, ihr braucht keine 10.000 Euro um euren Traum einer einjährigen Reise zu erfüllen, jedoch gehört etwas Mut dazu!

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    1. Billige Flüge

    Wer billig um die Welt fliegen will, muss achtsam sein. Gerne werden Around-the-World Tickets angeboten, die euch zwar Arbeit sparen, jedoch euren Geldbeutel mehr belasten als wenn ihr mit One-Way Tickets unterwegs seid. Wer Zeit hat, aber kein Geld, der kann in Sachen Flüge am meisten sparen, denn wer Etappenweise fliegt, wird nicht nur mehr von der Welt sehen, sondern kann mit einfachen Tricks billig um die Welt fliegen. Wichtig ist hierbei zu wissen welche Drehkreuze es auf der Welt gibt. Es gibt bestimmte Flughafen und Flugrouten die ihr ansteuern müsst, um auf andere Kontinente zu kommen.

    Die Drehkreuze: London, Lissabon, Frankfurt, Istanbul, Neu Delhi, Colombo, Kuala Lumpur, Hong Kong, Singapur, Jakarta, Sydney, Los Angeles, New York, Panama, Bogota, Santiago de Chile, Rio de Janeiro, Johannesburg, Dubai.

    Von Kontinent zu Kontinent (Beispiele für Einfachflugpreise):

    Johannesburg ( Afrika ) nach Sydney oder Perth ( Australien ) = 250 – 500 Euro

    Los Angeles ( Amerika ) nach Lima ( Südamerika ) = 250 – 400 Euro

    Los Angeles ( Amerika ) nach Costa Rica (Zentralamerika) = 150 – 300 Euro

    Los Angeles ( Amerika) nach Sydney ( Australien ) = 350 – 800 Euro

    Panama ( Zentralamerika) nach Bogota (Südamerika) = 50 – 150 Euro

    Santiago de Chile ( Südamerika ) nach Sydney ( Australien ) = 400 – 1000 Euro

    Santiago de Chile ( Südamerika) nach Frankfurt ( Europa) = 350 – 600 Euro

    Rio de Janeiro ( Südamerika) nach Johannesburg ( Afrika ) = 300 – 800 Euro

    Kuala Lumpur ( Asien ) nach Sydney ( Australien ) = 100 – 300 Euro

    Bali ( Asien ) nach Perth ( Australien ) = 100 – 300 Euro

    London ( Europa ) nach New York ( Amerika ) = 150 – 400 Euro

    Frankfurt ( Europa ) nach Dubai ( Asien ) = 40 – 250 Euro

    Dubai ( Asien ) nach Nairobi ( Afrika ) = 150 – 400 Euro

    Am schwierigsten wegzukommen ist es übrigens von Südamerika aus. Das solltet ihr immer im Hinterkopf haben. Wer nach Australien möchte nimmt im besten Fall die Route über Asien und macht von Europa aus einen Zwischenstopp in Istanbul oder Dubai, fliegt weiter nach Indien – Singapur – Jakarta – Australien. Eine weitere wichtige Information ist, dass es billiger ist von West nach Ost zu fliegen.

    Wer von Deutschland aus Afrika ansteuern möchte kann die billige Route – Frankfurt – Dubai – Mumbai – Colombo – Nairobi wählen und hat am Ende nicht nur 3 unterschädliche Landteile besucht und mindestens 4 Länder gesehen, sondern auch gerade mal 400 – 600 Euro ausgegeben. ( Wenn ihr nur nach Kenya wollt, dann lohnt sich der Umweg natürlich nicht )

    Und für alle, die schon immer mal nach Island fliegen wollten. Air Iceland bietet die Möglichkeit für 300 – 400 Euro nach Toronto zu fliegen und dabei einen einwöchigen Stop auf Island einzulegen. Na wenn das mal kein Angebot ist.

    Etwas was ich erwähnen möchte, aber nicht näher darauf eingehen will sind die sogenannten Error-Flights. Flüge die versehentlich falsch ausgeschrieben werden und meist nur wenige Stunden im Netz sind. Wer Glück hat fliegt von Deutschland für 150 Euro nach Japan oder für 20 Euro von den Philippinen nach Kanada. Error FLights sind jedoch das reinste Glücksspiel und wer Pech hat, dem wird der Flug gestrichen. Für alle die keinen Plan haben und viel Zeit, für die lohnt es sich nach Error-Flights zu suchen.

     

    1. Couchsurfing

    Ihr wollt eure Zeit auf Reisen mit Locals verbringen, euch eine fremde Stadt zeigen lassen oder euch gute Tipps holen, dann ist Couchsurfing das was ihr ausprobieren solltet. Es ist nicht nur kostengünstig sondern birgt auch einige Abenteuer mit sich. So habe ich bereits durch Couchsurfing tolle Yogalehrer kennen gelernt, den Spaß meines Lebens im verregneten New York gehabt, in einer Healing-Community in den Hamptons gewohnt und in Santiago Chile von einer ganz anderen Perspektive gesehen. Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass Couchsurfing nicht in erster Linie dafür genutzt werden soll kostenlos woanders zu schlafen, sondern um sich auszutauschen und etwas weiter zugeben oder zurück zu geben. Wer lieber alleine sein möchte und seine Ruhe haben will, der sollte sich dann doch besser in ein Hostel oder Hotel einbuchen.

     

    1. Hostels vs. Hotels

    Das Prinzip von Hostels ist einfach. Je mehr Betten, umso billiger ist die Nacht. Doch aufgepasst. Ich habe es sogar schon erlebt, dass ein Einbettzimmer billiger war als ein Hostel-Dorm. Wenn ihr also online nach billigen Schlafmöglichkeiten sucht, dann lasst ruhig das Häckchen bei Hotels drinnen und lasst euch das Ergebnis nach dem günstigsten Preis sortieren.

     

    1. Zelten

    Mein persönlicher Favorit! In meinem Zelt fühle ich mich zu Hause. Ich bin alleine, habe meine Ruhe und kann quasi so lange schlafen wie ich will – sofern man jetzt nicht auf einem großen Campingplatz schläft. In den USA kosten Campingplätze zwischen 5 und 10 Dollar, in Kanada 10 bis 25 Dollar. Wer gerne Wild-zeltet, der kommt in Ländern wie Kanada, Alaska, Norwegen, Schweden und Finnland auf seine Kosten. Bitte beachtet aber die Bear-Country Hinweise und zeltet nicht leichtfertig.

    Das Gleiche gilt für Afrika – dort besser an den Gates schlafen und auf vorgeschriebenen Campingplätzen!

     

    1. Trampen

    Sicherlich ebenfalls nicht jedermanns Sache, dennoch aber die billigste Möglichkeit von A nach B zu kommen. Das erste Mal bewusst getrampt bin ich in Alaska und seitdem prickelt es immer unter den Füßen, wenn ich die Wahl habe zwischen Bus und Trampen. Trotz einer Negativerfahrung liebe ich es. Die Menschen die ich auf meiner Strecke Seward, Alaska bis Banff, Kanada kennen gelernt habe, bereichern bis heute mein Leben. Ähnlich wie beim Couchsurfing hat mich das Trampen der Kultur Nordamerikas um einiges näher gebracht.

     

    1. Selbst kochen

    Selbst kochen gehört zu den absoluten Sparmaßnahmen eines jeden Backpackers. In Nicaragua habe ich im Schnitt für 3 Euro am Tag gekocht, selbst in Nordamerika hat mich ein Tag als Selbstversorger zwischen 5 und 15 Dollar gekostet, soviel wie man Auswärts normalerweise für eine Mahlzeit ausgibt. Mit der Kombination zu zelten und selbst zu kochen kommt man mit 5 Euro am Tag hin – das klingt sehr extrem ist aber ein wundervolles Gefühl wenn man vor seinem eigenen zu Hause (Zelt) sein eigenes Essen kocht und keiner stört.

     

    1. Das richtige Verkehrsmittel wählen

    Es gibt kein Verkehrsmittel das in JEDEM Land das günstigste ist. So ist Zugfahren in Peru und Bolivien richtig teuer, während es billige und richtig teure Busse gibt. In Amerika kann eine Zugfahrt unter Umständen billiger sein als ein Bus. Auch in Schottland war der Zug billiger als der Bus. Wer in Nordamerika jedoch rechtzeitig ein Ticket bei Megabus oder Greyhound bucht, der kann mit etwas Glück sogar für 1 Dollar von A nach B fahren. Checkt am besten welche Fernbusse es gibt und welche günstig und sicher sind. Wer in Europa unterwegs sein möchte und unter 25 Jahren ist, der sollte sich das InterRail Angebot nicht entgehen lassen. Vergesst nicht, dass es zwischen zwei Ländern oft auch Fährenverbindungen gibt, die weit billiger sein können als ein Flug.

     

    1. Prioritäten setzen

    Wie immer im Leben geht es auch auf Reisen um Prioritäten. Was ist mir jetzt wichtiger? Das teure Dinner in einem schönen Restaurant, der Kaffee vor dem Eifelturm in Paris oder doch lieber die Sightseeingtour auf dem Fluss. Es ist mit einem Budget nahezu unmöglich alles zu machen. Es muss auch nicht jedes Souvenir gekauft werden.

     

    1. Vorher kalkulieren

    Wer gut im Sparen ist, der ist normalerweise auch sparsam beim Ausgeben. So lange und so hart hat man nun geschuftet und gespart um diesen Traumurlaub zu verwirklichen. In einem All-Inklusive-Urlaub sind überraschende Kosten eher selten. Doch auf einer längeren Reise kann durchaus auch mal etwas schief gehen. Bisher hat mir am Besten geholfen einen fixen Geldbetrag im Kopf zu haben. Dieser Geldbetrag ist von Land zu Land unterschiedlich. In Bolivien war es beispielsweise 15 Euro am Tag, während es in Kalifornien 45 Euro am Tag waren. Je Land hatte ich mir ein bis zwei Highlights ausgesucht. Im Vorfeld wusste ich wie viel Geld mich diese Highlights kosten werden. Zum Beispiel die Süd-Island Tour für 160 Euro, das Snowboardfahren in den Rocky Mountains 150 Euro, Machu Picchu 150 Euro und die Salar Uyuni Tour für 130 Euro. Im Vorfeld konnte ich also kalkulieren wie viel Geld ich zu meinem Tagessatz brauchen werde. Das gleiche gilt auch für One-Way Flüge. Hätte ich nicht schon Monate vor Reisestart gesehen, dass ein Flug von New York nach Alaska zwischen 100 und 250 Euro kostet, wäre ich vermutlich nicht auf die Idee gekommen nach Alaska zu fliegen. Meine Reiseroute mache ich deshalb meist von Flugkosten abhängig und nicht davon, wo ich als nächstes hinwill.

     

    1. Länger an einem Ort bleiben

    Wer länger an einem Ort bleibt, der wird unterm Strich länger auf Reisen sein. Was sich auf einer Reise am meisten addiert sind nämlich die Transportkosten. Wer jeden Tag woanders sein will, hat auch jeden Tag Transportkosten – logisch oder 😉 .

     

    1. Workaway, HelpX und Co.

    Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass es in fast allen Ländern auf der Welt möglich ist für Essen und Unterkunft zu arbeiten. Meist arbeitest du 4 bis 8 Stunden am Tag und 5 bis 6 Tage die Woche. Arbeit kann in diesem Fall fast Alles sein. Auf Kinder aufpassen, im Garten helfen, Yoga unterrichten, im Hostel an der Rezeption sitzen, putzen und vieles mehr.

     

    1. Work and Travel

    Die wohl beliebteste Form für alle unter 35 Jahren. Um die Welt reisen, Geld verdienen und weiterreisen. Wer wirklich lange unterwegs sein möchte, der verdient sich auf der Reise noch ein paar Kröten. Die beliebtesten W&T Länder sind Kanada, Neuseeland und Australien.

     

    1. Digitales Nomaden Dasein

    Die Paradedisziplin unter Langzeitreisenden. Wer es nämlich schafft sich ein Online-Business aufzubauen, der kann quasi jederzeit arbeiten und jederzeit Geld verdienen. Wer jetzt aber glaubt, dass dies super einfach ist, der täuscht. Viele Blogger und Online-Business-Betreiber investieren sehr viel Zeit und Energie in ihr Business.

     

    1. Das Spendenkonto

    Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber von anderen Reisenden weiß ich, dass sie ein Spendenkonto für Freunde und Familie eingerichtet haben. Zu jedem Geburtstag, Ostern oder Weihnachten wird auf dieses Konto Geld überwiesen. Eine Einnahmequelle die sich rechnet, wenn Freunde und Familie voll hinter einem stehen.

     

    1. Karmareisen

    Aufgrund meines Schwerpunktes auf diesem Blog liegt mir das Karmareisen besonders am Herzen. Es ist nichts was ihr primär machen sollt um Geld zu sparen, trotzdem ist es etwas das euch sehr viel Glück bescheren wird. Karmaarbeit ist ähnlich wie bei WorkAway ein Unternehmen – meist Non Profit oder Gesundheits- Sozial- orientiertes Unternehmen, das Essen und Unterkunft gegen Unterstützung anbietet. Gerade in spirituellen Ländern, Klöstern weltweit oder Yogaretreats wird diese Form des Austausches gerne praktiziert. Hier geht es darum gerne etwas zu geben und für gutes Karma etwas Gutes zurück zu bekommen. Es geht um Geben und Nehmen und darum die Welt ein bisschen besser zu machen.

     

    1. Verzicht auf Genussmittel

    Es gibt sicherlich viele Backpacker für die Reisen ohne Party einfach keine Reise ist. Lustiger weise waren es meist diese Partybackpacker, die mich meist irritiert anschauten, als ich ihnen davon erzählte, dass ich schon über ein Jahr unterwegs bin. „Ja bist du denn reich, oder zahlen deine Eltern deine Reise?“ – Nö! Eindeutig Nein, nur habe ich keinerlei Ausgaben für Alkohol, was sich echt enorm bemerkbar macht. Wer wegen der außergewöhnlichen Partys gerne reist, dem sei es gegönnt, meine Lebensphilosophie ist aber einer andere.

     
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    Meine Einstellung zum Thema Geld und Erfahrungen auf Reisen:

    Ich lebe gerne, ich reise gerne und ich genieße auch gerne. Gerne gebe ich mein Geld für das Leihen von einem Fahrrad aus, oder für eine Jeep Tour durch die Wüste oder ein ungewöhnliches Essen auf einem Baumhaus. Da ich die Kultur und die Lebenseinstellung der Menschen gerne ganz und gar aufsaugen möchte, mache ich gerne Couchsurfing und Trampe. Ich knüpfe gerne soziale Kontakte und gehe offen mit fremden Menschen um. Doch manchmal bin ich auch gerne alleine und genieße das Alleinsein mit Zelt und Campingkocher. Wenn ich das Gefühl habe mir etwas Luxus gönnen zu müssen, dann buche ich mich auch gerne mal in ein Hotel ein. Keiner sollte sich in irgendetwas hineinpressen oder auf einen Traum verzichten nur um zu sparen. Es sollte nicht darum gehen von zu Hause weg zu sein, sondern die Zeit im fremden Land zu genießen und an den neuen Erfahrungen zu wachsen. Bei meiner letzten langen Reise gab es keine Deadline. Ich wollte nicht für ein Jahr weg, auch nicht für zwei, oder drei Monate, ich wollte solange Reisen wie ich Lust hatte, ohne Druck oder das Gefühl es jemandem beweisen zu müssen. Sparsames Reisen macht mir Spaß, weil es mich an meine Grenzen bringt und ich dadurch gelernt habe was wirklich wichtig ist im Leben und was ich überhaupt brauche.

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